Mittwoch, 16. September 2015

Was macht eine gesunde Zelle zur Krebszelle?
Diese und viele andere Fragen werden in der Themenwoche Krebs der Stuttgarter Nachrichten beantwortet.

Im Erbgut einer jeden Zelle gibt es wachstumshemmende und wachstumsfördernde Abschnitte. Diese Funktionen sind vor allem in der menschlichen Embryonalentwicklung wichtig: In dieser Phase müssen sich die Zellen schnell vermehren, sich entwickeln und spezielle Funktionen übernehmen. Dass dies durch immerwährende Teilung geschieht, dafür sind bestimmte Signale des Genoms zuständig. Sie schalten sich erst ab, wenn ein Organ entstanden ist. Wird aufgrund einer Mutation dieses An- und Abschalten gehemmt, kommt es zum unkontrollierten Wachstum. Das Tückische ist, dass sich solche Tumorzellen durch bestimmte Veränderungen ihrer Oberfläche dem Immunsystem entziehen können – so, als ob sie eine Tarnkappe aufgezogen hätten.

Quelle / Volltext: Stuttgarter Nachrichten 

Darmkrebstest Satzungsleistung für Kassenpatienten


Satzungsleistungen werden von Kassen eingesetzt, um sich im Wettbewerb zu positionieren. Ein Beispiel sind Stuhltests zur Krebsfrüherkennung. Abgerechnet wird nach GOÄ.

NEU-ISENBURG. Die Front bröckelt. Manche Leistungen, die vor nicht allzu langer Zeit als IGeL von Krankenkassen kritisiert worden sind, finden sich zunehmend in den Satzungsleistungen der Kassen wieder.
Das heißt, Patienten können diese Leistungen in Anspruch nehmen, der Arzt stellt eine Rechnung nach GOÄ, und die Krankenkasse erstattet dann den kompletten Betrag oder einen Teil davon gegen Vorlage der Rechnung.
Ein Beispiel für diesen leisen Wandel ist die Darmkrebsvorsorge per Stuhltest, die Kassenpatienten von ihren Krankenkassen zunehmend als erstattungsfähige Leistungen als Teil von Bonusprogrammen oder auch direkt als Satzungsleistungen angeboten werden - über den Guajak-Test auf Blut im Stuhl hinaus.

M2-PK-Stuhltest

Ein Beispiel ist der Enzymtest M2-PK: Der M2-PK-Stuhltest ist unabhängig vom Vorhandensein von Blut im Stuhl, er testet auf das Schlüsselenzym M2-PK, das bei der Entstehung von Polypen und Darmkrebs eine wichtige Rolle spielt.

In den vergangenen Monaten hat beispielsweise Marktführer Techniker Krankenkasse diesen Enzym-Biomarker in ihr Bonusprogramm aufgenommen. Auch Betriebskrankenkassen wie die BKK Bertelsmann, die R+V BKK und die hkk erstatten den M2-PK Stuhltest zur Darmkrebsfrüherkennung.

Die R+V BKK gibt sogar eine Vorgabe für die analog abzurechnende GOÄ-Nummer. Die Krankenkasse empfiehlt GOÄ-Nr. 4062. Dabei ist der untersuchte Parameter laut GOÄ in der Rechnung anzugeben.

Die Leistung ist mit 480 Punkten bewertet (32,17 Euro für den 1,15-fachen Satz). Der Hersteller ScheBo Biotech empfiehlt selbst die GOÄ-Nr. 3911.H3 (450 Punkte 30,16 Euro, 1,15-facher Satz) analog. Eine Beratung nach GOÄ-Nr. 1 oder 3 kommt dann natürlich dazu.


Abgerechnet wird dieser Test nach Empfehlung des Unternehmens kombiniert über GOÄ-Nr. 3747 und 3911.H3 (beide analog), dazu wiederum die Beratung nach GOÄ-Nr. 1 oder 3. Ob die Krankenkasse auch die Kosten für diesen Test übernimmt, sollte der Patient mit seiner jeweiligen Kasse klären.

Quelle / Volltext aerztezeitung.de

Montag, 14. September 2015

In Wuppertal ist das Zentrum für hereditäre Tumorerkrankungen gestartet. Der Fokus liegt auf Darmkrebs.



WUPPERTAL. Deutschlandpremiere am Helios Klinikum Wuppertal: Mit der Gründung des Zentrums für hereditäre Tumorerkrankungen (ZhT) hält das Universitätsklinikum der Universität Witten/Herdecke nach eigenen Angaben bundesweit die einzige chirurgische Fachabteilung vor, die sich primär um die umfassende Betreuung von Familien mit einer familiären oder erblichen Veranlagung zu bösartigen Erkrankungen beschäftigt.

An der Spitze der neuen Einrichtung steht seit September Professor Gabriela Möslein, die aus ihrer Chefarztposition am Helios St. Josefs-Hospital Bochum-Linden nach Wuppertal gewechselt sei.

Die 56-jährige Chirurgin und Koloproktologin gelte bundesweit als Kapazität auf dem Feld der erblichen Krebserkrankungen. Sie ist unter anderem Vorsitzende der Arbeitsgruppe "Hereditäre Gastrointestinale Tumoren" der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV), Mitgründerin des Verbundprojekts "Familiärer Darmkrebs" der Deutschen Krebshilfe, ehemalige Präsidentin (2009) von InSiGHT (International Society for Hereditary Gastrointestinal Tumors), Leiterin der europäischen Expertengruppe von InSiGHT sowie Initiatorin und wissenschaftlicher Beirat mehrerer Patientengruppierungen.

Darmkrebs bilde zunächst den Schwerpunkt: "Zunächst einmal werden es erblich oder familiär bedingte Tumorerkrankungen des Magen-Darm-Traktes sein, mit denen wir uns hier in Wuppertal beschäftigen", erläutert die Chefärztin.

Mittelfristig habe man aber aufgrund des breiten Leistungsspektrums am Helios Klinikum die Möglichkeit, den Fokus auch auf die erblichen Erkrankungen anderer Organe zu lenken.
"Für erblichen Brustkrebs ist das Thema spätestens seit der mutigen Offenbarung von Angelina Jolie kein Tabuthema mehr. Leider trifft das - noch - nicht auf andere Organe zu. Gerade bei dem Thema Darm- und Verdauungsprobleme warten Patienten viel zu lange damit, sich beraten zu lassen", ergänzt Möslein.

Die Etablierung eines Zentrums mit gänzlich neuer Ausrichtung fuße auf der interdisziplinären Kooperation und werde unter dem Dach des Chirurgischen Zentrums angesiedelt. Möslein werde die Zusammenarbeit mit Professor Hubert Zirngibl, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum weiter ausbauen.

Aufgrund des Syndromcharakters der verschiedenen erblichen Veranlagungen werde zum Beispiel eine enge logistische Verzahnung mit der Gastroenterologie, Pädiatrie, Gynäkologie sowie der Urologie für diese Patienten aufgebaut.

19.09.2015 Schopfheim Erfahrungsaustausch Darmkrebs

Selbsthilfe Ilco

Am Samstag, 19. September, um 15 Uhr, findet das monatliche Treffen der Selbsthilfegruppe Schopfheim der Deutschen Ilco im Gasthaus zum Löwen in Schopfheim-Gündenhausen statt. Themen sind: Darmkrebs, künstlicher Ausgang -Stoma, Uro-Stoma, Versorgungsartikel und Anwendung, Erfahrungsaustausch und Geselligkeit. Mitglieder, Betroffene, Interessierte sind willkommen.

Termin 17.09.2015 Hamm Beratung und Erfahrungsaustausch Selbsthilfe Stoma - und Urostomie


Die Ilco Selbsthilfegruppe für Stoma und Darmkrebs teilt den nächsten Termin mit und lädt Betroffene, Angehörige und Interessierte ein.

Termin: 17.09.2015
Zeit: 17 Uhr
Ort: Altenzentrum Liebfrauen
Brentanostr. 1
Hamm

Die Urostomiegruppe trifft sich am 23.09.2015  17 Uhr in der Barbaraklinik Hamm.


Neues Modul „Darmkrebs“ ist online


Rudolf-Werner Dreier Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
    Die Internetplattform www.krankheitserfahrungen.de bietet Informationen für Patienten und Angehörige
    Die Internetplattform www.krankheitserfahrungen.de hat ein neues Modul: Es widmet sich dem Thema „Darmkrebs“, der zweithäufigsten Krebserkrankung in Deutschland. Eine Arbeitsgruppe am Institut für Psychologie der Universität Freiburg und an der Berlin School of Public Health der Charité-Universitätsmedizin Berlin hat die Inhalte erarbeitet. Das Bundesministerium für Gesundheit hat das Projekt innerhalb des Nationalen Krebsplans gefördert. Das Modul ergänzt die auf der Plattform vorhandenen Erfahrungssammlungen zu Diabetes, chronischem Schmerz, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Epilepsie, Brust- sowie Prostatakrebs.

    Das kostenfreie Angebot präsentiert nach einem wissenschaftlichen Konzept erhobene Krankheitserfahrungen von Betroffenen. Forscherinnen und Forscher erfragen die Inhalte bundesweit in Interviewstudien und präsentieren sie mittels ausgewählter Texte, Audiodateien und Videos. Die Betroffenen erzählen von ihrem Leben mit einer Erkrankung sowie den Folgen und Veränderungen im Alltag. Im Vordergrund stehen persönliche Erlebnisse mit der Diagnose, Therapiemöglichkeiten, Behandlungen und Nebenwirkungen, medizinischer Versorgung und Bewältigung der Krankheit. Die Inhalte dienen der Information und Unterstützung von Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen, bieten Anschauungsmaterial für die Ausbildung von Ärztinnen, Ärzten und medizinischem Personal. Das Team wertet das Material zudem in wissenschaftlichen Studien zur Perspektive von Betroffenen auf das Leben mit einer Erkrankung weiter aus. 
    Die Internetplattform ist werbefrei, kommerziell unabhängig und wird von der Arbeitsgruppe DIPEx (Database of Individual Patients’ Experiences) Germany an der Abteilung für Rehabilitationspsychologie und Psychotherapie der Universität Freiburg sowie am Institut für Allgemeinmedizin der Universität Göttingen betreut. DIPEx International ist der Dachverband, in dem sich Arbeitsgruppen, die Online-Portale zum Thema Krankheitserfahrungen betreiben, aus derzeit 13 Ländern zusammengeschlossen haben. Koordinatorin von DIPEx Germany ist die Freiburger Psychologin Prof. Dr. Gabriele Lucius-Hoene. 

    Außerdem untersucht ein Team um Dr. Christine Holmberg von der Berlin School of Public Health der Charité in einer Online-Studie, inwieweit das Portal Patienten den Umgang mit einer Erkrankung erleichtern kann. Mit den Ergebnissen ist in den kommenden Monaten zu rechnen.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Gabriele Lucius-Hoene
    Institut für Psychologie
    Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
    Tel.: 0761/203-3050
    E-Mail: lucius@psychologie.uni-freiburg.de, info@krankheitserfahrungen.de

    Weitere Informationen:

    Donnerstag, 10. September 2015

    26.10.2015 17 Uhr Berlin - Vortrag: Darmgesundheit - die Wunderwelt der Bakterien

    Darmgesundheit - die Wunderwelt der Bakterien

    Prof. Dr. Ina Bergheim, Institut für Ernährungswissenschaften, Friedrich- Schiller-Universität Jena
    Ernährung und Darmgesundheit

    Prof. Dr. Jürgen Riemann, Direktor der Medizinischen Klinik C des Klinikums der Stadt Ludwigshafen am Rhein gGmb
    Darmkrebsvorsorge

    Der Darm ist ein wichtiges Organ für unsere Gesundheit - diese wiederum hängt von der ausgewogenen Balance der Bakterien ab. Sobald wir das Licht der Welt erblicken, entwickeln sich mehr als 1000 verschiedene Arten von Bakterien im Darm - genannt Darmmikrobion. Eine zentrale Frage von Forschern weltweit stellt sich damit: Welche Rolle spielt das Darmmikrobiom für den Organismus? Wie muss die Darmflora zusammengesetzt sein, um Erkrankungen vorzubeugen und zu heilen? Die Stiftung Oskar-Helene- Heim verleiht den "Oskar Medizinpreis 2015" für Forschungen auf diesem Gebiet. Weiterhin berichten Wissenschaftler zu den Themen "Ernährung und Darmgesundheit" und "Darmkrebsvorsorge".

    Eintritt frei, Tickets werden nicht benötigt.
    Tickets
    Bitte reservieren Sie Ihre Karten unter Tel.: 030 – 218 90 91 oder per e-mail an: kontakt@urania-berlin.de.
    Künftig können Sie online Karten über das Portal reservix.de erwerben. Bitte nutzen Sie vorübergehend Vorverkaufs- und Tageskasse der Urania.
    Wir bitten um Ihr Verständnis.

    Koloskopie ? Warum man zum Spezialisten gehen sollte !

    Bessere Prognose bei höherer Adenom-Detektionsrate

    Warum man als Patient zum Spezialisten gehen sollte: 


    Koloskopie

    Bessere Prognose bei höherer Adenom-Detektionsrate

    Die Forschungsabteilung von Kaiser Permanente, der größten Health Maintenance Organization in den USA, untersuchte in einer umfangreichen Koloskopie-Studie, inwieweit das Risiko für Kolorektalkarzinom von der Performance des Gastroenterologen abhängt.
    Die Adenom-Detektionsrate (ADR) eines Arztes wird als Qualitätskriterium für die Darmkrebsvorsorge diskutiert. Sie gibt den Anteil der Koloskopien an, bei denen der Untersucher mindestens ein histologisch bestätigtes Adenom oder Adenokarzinom findet. US-Fachgesellschaften zufolge weist eine ADR von mindestens 15% bei weiblichen und mindestens 25% bei männlichen Patienten auf eine adäquate Qualität der Koloskopie hin. Diese Werte wurden jedoch bisher nicht durch Studien validiert. Unzureichend belegt ist auch die Korrelation zwischen ADR und dem Risiko eines nachfolgenden kolorektalen Karzinoms sowie der Tumormortalität. Lediglich eine polnische Studie von 42 Intervallkarzinomen ergab bei einer Nachbeobachtungszeit von fünf Jahren ein geringeres Tumorrisiko bei einer ADR unter 20% im Vergleich zu einer höheren. Eine große US-amerikanische Studie beweist jetzt, dass die ADR des Untersuchers die Prognose des Patienten durchaus beeinflusst. Untersucht wurden 314 872 Koloskopien, die 136 Gastroenterologen in 17 medizinischen Zentren von Kaiser Permanente in Nordkalifornien durchgeführt hatten. Die teilnehmenden Ärzte verfügten über eine Berufserfahrung von mindestens 300 Koloskopien – im Durchschnitt waren es über 2000. Einschlusskriterien für die Koloskopie-Patienten waren ein Alter von mindestens 50 Jahren und eine Nachbeobachtungszeit von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Die ADR der Ärzte variierten von 9,7 bis 60,5% für Männer und 3,9 bis 45,9% für Frauen. Während des Follow-ups von mehr als 925 000 Personenjahren wurden 712 Intervalltumoren diagnostiziert, davon 255 in fortgeschrittenen Stadien (III und IV). 147 Patienten starben daran. Der Anteil der Intervalltumoren – also der Tumoren, die mindestens sechs Monate nach einer Koloskopie entdeckt wurden – an der Gesamtzahl der Darmkrebserkrankungen betrug 8,2%. Zwei Drittel der Intervallkarzinome wurden mehr als drei Jahre nach der letzten Darmspiegelung gefunden. 60% betrafen das proximale Kolon.

    Halbiertes Krebsrisiko

    Die Studienautoren teilten die Gastroenterologen der Studie anhand ihrer ADR in fünf gleich große Gruppen ein. Im Quintil mit der niedrigsten ADR (7,4 bis 19,1%) fanden sich 9,8 Fälle von Intervallkarzinomen pro 10 000 Personenjahre, im Quintil mit der höchsten ADR (33,5 bis 52,5%) dagegen nur 4,8. Nach Anpassung an potenzielle Störfaktoren wie Geschlecht, Alter, Komorbiditätsindex und Koloskopie-Indikation ergab sich für Patienten, die sich von Ärzten mit der höchsten „Trefferquote“ untersuchen ließen, ein etwa halb so großes Intervallkarzinom-Risiko (52%) wie im unteren Quintil. Für fortgeschrittene Tumorstadien reduzierte sich das Risiko sogar um 57%, für tödliche Tumoren um 62%. Dies galt sowohl für Frauen als auch für Männer, für frühe und verzögerte Intervalltumoren und für proximale wie distale Lokalisation. Die Assoziation zwischen ADR und Krebsrisiko erwies sich zudem als unabhängig von der Indikation der Koloskopie – ob reguläres Screening, Kontrolle oder Diagnose. Betrachtete man die ADR als kontinuierliche Variable, so sank das Intervalltumorrisiko mit zunehmender ADR praktisch linear. Mit jedem Prozent Steigerung der ADR verringerte sich das Krebsrisiko des Patienten um 3% und die Tumorsterblichkeit um 5%. Rein rechnerisch könnten Ärzte, die ihre ADR von unter 19% (entsprechend des untersten Quintils) auf mindestens 34% verbessern, damit pro 213 Koloskopien ein zusätzliches Intervallkarzinom in den nächsten zehn Jahren verhindern. Ob und wie sich eine Steigerung der individuellen Erfolgsrate aber tatsächlich auf die Prognose der Patienten auswirkt, müssen weitere Studien zeigen. Die Assoziation zwischen der ADR und dem Intervallkarzinomrisiko geht vermutlich auf eine bessere Detektion präkanzeröser Adenome zurück. Die Genauigkeit der Polypektomie könnte jedoch ebenso eine Rolle spielen. Möglicherweise, so spekulieren die Autoren, kommt bei weniger erfahrenen Gastroenterologen mit einer niedrigen ADR erschwerend hinzu, dass sie die entdeckten Polypen häufiger nicht vollständig entfernen. Auch das würde zu einem höheren Karzinomrisiko der Patienten beitragen. Ob mit unterschiedlicher ADR außerdem unterschiedliche Komplikationsraten der Koloskopie einhergehen, konnte ebenfalls nicht untersucht werden. CW

    KOMMENTAR

    Die Studie ist die bislang größte ihrer Art und wird von führenden US-amerikanischen Gastroenterologen als wegweisend eingeordnet. Sie zeigt, wie wichtig die Dokumentation der ADR für jeden Gastroenterologen ist. Die ADR wird vermutlich von Versicherern und Patienten künftig stärker nachgefragt werden. Die bisherigen Richtwerte für eine qualitativ hochwertige Koloskopie müssen vermutlich nach oben korrigiert werden.
    Rex DK: Definite validation of the adenoma detection rate. NEJM Journal Watch
    Quelle:
    Corley DA et al.: Adenoma detection rate and risk of colorectal cancer and death. N Engl J Med 370 (2014) 1298-1306

    Dienstag, 8. September 2015

    30.09.2015 Darmzentrum Hamm Süden EVK Hamm :Darmkrebs-Behandlungsmöglichkeiten im höheren Lebensalter



    Zeit: Mittwoch 30.09.2015  15 Uhr
    Ort: WIVO Veranstaltungsraum

    Vortragsthemen:
    Ernährung im Alter
    Darmkrebs - Ist eine Operation vermeidbar ?
    Narkose beim betagten Menschen
    Besonderheiten der Nachbehandlung beim älteren Patienten

    Referenten:

    Prof.Dr.Christian Peiper
     Chefarzt Klinik für Allgemein-, Viszeral- u. Gefäßchirurgie, EVK Hamm

    Prof. Dr.Markus Masin
      Deutsche Stiftung gegen Mangelernährung, Zentrum für Krebsmedizin, Universitätsklinikum Münster


     Dr. Ulrich Kandzi,
     Chefarzt Klinik für Gastroenterologie, EVK Hamm
     Dr. Andreas Frankenberg,
     Oberarzt, Institut für Anästhesiologie, Kinderanästhesiologie und Intensivmedizin, EVK Hamm


     Dr. Siegfried Reinecke,
     Chefarzt Klinik für Geriatrie, St. Marien-Hospital Hamm



    Veranstalter:
    Evangelisches Krankenhaus Hamm
    Werler Str. 110
    59063 Hamm

    Telefon: 02381 - 589-0
    Internet: www.evkhamm.de

    Montag, 7. September 2015

    19.09.2015 Leipzig : Thema Morbus Chrohn mit Video - Streaming

    Arzt-Patienten-Seminar


    Zeit: 19.09.2015, 09:00-13:30 Uhr
    CED Update - Therapie, Diagnostik und Sozialrecht
    Veranstaltungsstätte
    CCL Congress Center Leipzig
    Mehrzweckfläche 2
    Messe-Allee 1
    04356 Leipzig

    Hinweis: Die Veranstaltung wird mit Live Stream geplant.
    www.crohn-und-colitis-tag.de


    APS live im Internet

    Am Samstag, den 19. September 2015, findet von 9:00 bis 13:30 Uhr ein Arzt-Patienten-Seminar (APS) in Leipzig statt. Wer nicht vor Ort dabei sein kann, hat die Möglichkeit, die Veranstaltung live über die Website www.crohn-und-colitis-tag.de zu verfolgen. Kurz vor Veranstaltungsbeginn können Sie sich HIER einwählen.
    Beim Arzt-Patienten-Seminar sprechen WissenschaftlerInnen und ÄrztInnen vor ZuhörerInnen zu den Themen "CED Update – Therapie, Diagnostik und Sozialrecht" bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.
    Zum Download der Flyer mitsamt Programm.

    Das Live-APS 2014

    Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, die Beiträge des "Arzt-Patienten-Seminar 2014" in Leipzig noch einmal im Internet anzusehen.
    Thema:
    "CED Update  - Neue Konzepte und bewährte Methoden"
    => APS 2014 ansehen

     

    Das Live-APS 2013

    Außerdem können Sie sich hier das letztjährige Arzt-Patienten-Seminar noch einmal ganz in Ruhe anschauen:
    => APS 2013 ansehen

    Samstag, 5. September 2015

    Termin 4 / 5.9.2015 Darmmodell in Dortmund

    Dortmund:    Reinoldikirchplatz | Die erfolgreichste Vorsorgeaktion gegen Darmkrebs in Deutschland macht am Wochenende 4./5. September wieder Station in Dortmund. An beiden Tagen kann man sich in dem begehbaren 20 m langen Darmmodell der Felix-Burda-Stiftung auf dem Reinoldikirchplatz über Vorsorgemöglichkeiten informieren. Bürgermeisterin Birgit Jörder hat die Schirmherrschaft übernommen und Ärzte des St. Johannes Hospitals beraten am Samstag Besucher ganz individuell.

    Darmkrebs ist in Deutschland nach dem geschlechtsspezifischen Brust- und Prostatakrebs die dritthäufigste Krebserkrankung. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass im letzten Jahr 35.500 Männer und 28.400 Frauen neu an Darmkrebs erkrankt sind. Im Jahr 2013 waren bundesweit 13.489 Männer und 12.510 Frauen an einem Darmtumor verstorben.

    Die AOK NordWest unterstützt die Aktion und ist vor Ort präsent. Die Krankenkasse rät Menschen ab 55, sich aktiv um Vorsorge zu kümmern: „Lassen Sie sich hierzu nochmals in allen Einzelheiten von Ihrem Arzt beraten. Wichtig ist nur, dass Sie überhaupt die Chance ergreifen, Darmkrebs früh erkennen oder erst gar nicht entstehen zu lassen.“

    Tatsächlich ist die Früherkennung immens wichtig: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, das gilt bei kaum einer Krebsart so wie beim Darmkrebs, der sehr gut zu behandeln ist, wenn er rechtzeitig entdeckt wird.

    Hauptsponsor der Aktion in Dortmund ist das Unternehmen ScheBo Biotech AG, das mit dem Test „M2 PK“ Hightech-Biotechnologie bei der Darmkrebsvorsorge einsetzt. Der Test entdeckt nach einer aktuellen Studie zu 92,8 % den Darmkrebs und sogar 69,4 % der Polypen.

    Als Goldstandard der Darmkrebsvorsorge gilt nach wie vor die Koloskopie (Darmspiegelung), die AOK und andere gesetzliche Krankenkassen ab dem 55. Lebensjahr bezahlen. Darüber informieren die Ärzte des St. Johannes Hospitals vor Ort.

    Das begehbare Darmmodell ist am 4. und 5. September von 09 bis 18 Uhr geöffnet. Die Darmkrebsvorsorgeaktion der osicom GmbH, Düsseldorf, wird weiterhin unterstützt durch die PSD Bank Rhein-Ruhr und die Unternehmen Klüh Service Management, ERGO und DEW 21

    Donnerstag, 3. September 2015

    Wie gut ist die Gesundheitsberichterstattung für Migranten ?

    Gesundheitsberichterstattung für Migranten ?

    Wozu denn sowas ?

    Das Gesundheits- und Vorsorgeverhalten Erwachsener mit Migrationshintergrund ist kaum bekannt.


    Es liegen leider nur wenige Daten zur Gesundheit von Erwachsenen mit Migrationshintergrund vor.Migranten werden in der Regelstatistik im Gesundheitswesen meist nicht ausgewiesen. Einschlägige repräsentative Untersuchungen mit der bewussten Inklusion von Migranten gibt es nicht.

    Weitere Informationen zu diesem Thema lesen Sie hier

    Gesundheit der Migranten:

    Aus Sicht der Integrationsbeauftragten Aydan Özoğuz (SPD) muss das Gesundheitswesen stärker an Bedürfnissen von Zuwanderern ausgerichtet werden. Zum Auftakt des Schwerpunktjahres „Gesundheit und Pflege in der Einwanderungsgesellschaft“ sagte die Staatsministerin im Bundeskanzleramt am Dienstag in Berlin, Migranten hätten nicht angemessen teil am Gesundheitssystem. Beispielsweise nähmen sie nicht in gleichem Maße Vorsorgeangebote oder Reha-Kuren in Anspruch wie alle anderen. Unterschiede gebe es auch bei den gesundheitlichen Belastungen. So würden bei Zuwanderern mehr Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle registriert.
    www.migazin.de/2015/03/04/oezoguz-gesundheitssystem-soll-staerker-auf-migranten-eingehen


    Ihr Dieter Peter Müller


    Studie attestiert der Darmkrebs-Vorsorge in Deutschland hohe Qualität

    Studie attestiert der Darmkrebs-Vorsorge in Deutschland hohe Qualität

    Nr. 40 | 02.09.2015 | von Koh
    Die Darmspiegelung ist Bestandteil des gesetzlichen Krebsvorsorgeprogramms in Deutschland. Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und vom Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) werteten nun alle Befunde der ersten zehn Jahre nach Einführung des Screening-Programms aus. Dabei stellte sich heraus, dass die Rate der Personen, bei denen Gewebeveränderungen entdeckt wurden, innerhalb dieser Periode deutlich angestiegen ist. Diese Rate gilt als Maßstab für die Zuverlässigkeit und Effektivität der Darmkrebsvorsoge und entspricht den international geforderten Qualitätskriterien.
    Vergrößerte Ansicht © dkfz.de
    Deutschland war 2002 eines der ersten Länder weltweit, das die Darmspiegelung als Bestandteil des gesetzlichen Krebsvorsorgeprogramms eingeführt hat. Seither haben über fünf Millionen Menschen daran teilgenommen. Als Maßstab für die Qualität der Untersuchung gilt die Entdeckungsrate von Gewebeveränderungen (Adenomen), die sich möglicherweise zu Krebs weiterentwickeln können: Je zuverlässiger der Arzt solche Veränderungen entdeckt (und sogleich entfernt), desto geringer ist das Risiko, dass eine gefährliche Krebsvorstufe übersehen wird.
    Wissenschaftler um Hermann Brenner im Deutschen Krebsforschungszentrum werteten nun gemeinsam mit Kollegen um Lutz Altenhofen vom Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi)* die Adenom-Detektionsrate** für die ersten zehn Jahre des Screening-Programms aus. Sie fanden heraus, dass Ärzte mit den Jahren sowohl bei Männern als auch bei Frauen, über alle Altersstufen hinweg, zunehmend mehr Gewebeveränderungen entdeckten.
    Diese Steigerung ging allerdings hauptsächlich auf das Konto der sehr kleinen und zumeist harmlosen Adenome unter einem Zentimeter Durchmesser. Hier stiegen die Detektionsraten zwischen 2003 und 2012 bei Männern von 13,3 auf 22,3 Prozent, bei Frauen von 8,4 auf 14,9 Prozent. Fortgeschrittene Gewebeveränderungen oder echte Krebsfälle entdecken die Ärzte gegen Ende des untersuchten Zeitraums ebenfalls häufiger als zu Beginn des Screening-Programms, allerdings war hier der Anstieg weniger stark.
    Was steckt hinter der gesteigerten Detektionsrate? Hermann Brenner und Kollegen sehen keine Anhaltspunkte dafür, dass Gewebeveränderungen tatsächlich häufiger auftreten, beispielsweise aufgrund geänderter Lebensstilfaktoren innerhalb der Bevölkerung. Für wahrscheinlicher halten die Epidemiologen, dass die Verbreitung moderner, leistungsfähiger Untersuchungsinstrumente und eine sehr hohe Qualität des Vorsorgeprogramms in Deutschland für diesen Trend verantwortlich sind.
    Diese positive Entwicklung hat allerdings zwei Seiten. Auf der einen Seite verbessert es den präventiven Effekt einer Darmspiegelung, wenn Gewebeveränderungen möglichst vollständig erfasst werden. Auf der anderen Seite sehen die Forscher jedoch die Gefahr zu häufiger Kontrollen, wenn beim Screening zunehmend kleinere und zumeist harmlose Adenome entdeckt werden. Dies sollte daher bei den Empfehlungen zur Kontrolluntersuchung berücksichtigt werden. „Die Herausforderung ist nun, für Patienten mit kleineren Adenomen sinnvolle Intervalle für die Kontrolluntersuchung zu definieren“, sagt Hermann Brenner.
    Bislang empfehlen die Ärzte Patienten, bei denen ein fortgeschrittenes Adenom gefunden wurde, die Untersuchung nach drei Jahren zu wiederholen, bei einem kleinen Adenom nach fünf Jahren. Patienten ohne Befund wird zu einer wiederholten Darmspiegelung nach zehn Jahren geraten.
    * Die Screening-Koloskopie wird seit ihrer Einführung vom Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) wissenschaftlich begleitet, finanziert von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen.
    ** Adenom-Detektionsrate: Prozentsatz der untersuchten Personen, bei denen mindestens ein Adenom entdeckt wurde.
    Hermann Brenner,Lutz Altenhofen,Jens Kretschmann,Thomas Rösch,Christian Pox,Christian Stock,and Michael Hoffmeister: Trends in Adenoma Detection Rates During the First 10 Yearsof the German Screening Colonoscopy Program. Gastroenterology 2015, DOI:10.1053/j.gastro.2015.04.012
    Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

    Mittwoch, 2. September 2015

    Vortrag: Blut im Stuhl (02.09.2015)

    Hachenburg. Wer Blut im eigenen Stuhl entdeckt, sollte sich auf alle Fälle untersuchen lassen. Die Ursachen können von Hämorrhoiden bis Darmkrebs reichen. 80 Prozent der Ursachen sind ungefährlich. Trotzdem sollte man Blut im Stuhl immer ernst nehmen, den Kopf in den Sand zu stecken, hilft nicht.

    Mit diesem Vortrag möchte Dr. Cornelia Seltmann, Fachärztin Chirurgie / Proktologie am Hachenburger Krankenhaus, über mögliche Ursachen, Untersuchungen und Behandlungen informieren, vor allem aber auch die Angst vor den Arztbesuchen und den notwendigen Untersuchungen nehmen.

    Termin: 2. September
    Uhrzeit: 19 Uhr

    Ort: VG-Verwaltung Hachenburg– Großer Sitzungssaal

    Eintritt frei
    Weitere Informationen unter 02662 / 85 22 04

    http://www.drk-kh-hachenburg.de

    Fachabteilung Chirurgie 

    Termin 9.9.2015 Vortrag : "Operative Therapie bei Darmkrebs - was die moderne Chirurgie alles kann"


    Klinik im Dialog, Thema: "Operative Therapie bei Darmkrebs - was die moderne Chirurgie alles kann"

    Kurzbeschreibung:
    Kostenlose Vortragsreihe des Klinikums Itzehoe
    Thema: "Operative Therapie bei Darmkrebs - was die moderne Chirurgie alles kann"
    Prof. Dr. med. Neipp
    Wann?
    Mittwoch, 09.09.2015
    Uhrzeit:
    18.30 - 20.00 Uhr
    Wo genau?
    Klinikum Itzehoe, Sitzungszimmer 4, 1. UG Folgen Sie bitte der Beschilderung ab dem Haupteingang., Robert-Koch-Str. 2, Itzehoe
    Kategorie:
    medizinische Vorträge

    Langbeschreibung

    Kostenlose Vortragsreihe des Klinikums Itzehoe für Patienten und Interessierte
    Thema: "Operative Therapie bei Darmkrebs - was die moderne Chirurgie alles kann"
    Prof. Dr. med. Michael Neipp, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie, Leiter des Darmzentrums
    Ulrike Baade-Heinrich, Zentrumskoordinatorin des Darmzentrums

    Darmkrebs wird häufig durch die Vorsorgespiegelung frühzeitig entdeckt. Dann kann die Erkrankung durch einen operativen Eingriff alleine geheilt werden. In unserem Darmzentrum werden modernste Operationsverfahren eingesetzt, um den Darmkrebs effektiv und möglichst schonend zu entfernen. Dabei werden immer mehr Eingriffe auch in minimal-invasiver Technik (sog. Schlüssellochchirurgie) durchgeführt. In diesem Vortrag wollen wir - für den medizinischen Laien verständlich - über die unterschiedlichen Operationsmethoden berichten.

    Telefonische Anmeldung unbedingt erbeten.
    Wenn Sie Ihre Anmeldung auf unseren Anrufbeantworter gesprochen haben, erfolgt kein Bestätigungsrückruf. Selbstverständlich informieren wir Sie, falls die Veranstaltung ausgebucht sein sollte. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

    Kontakt

    Klinikum Itzehoe - Öffentlichkeitsarbeit 
    Robert-Koch-Str. 2 
    25524   Itzehoe 
    Telefon:  04821 772-3110 oder 04821 772-3113 
    E-Mail:  info@kh-itzehoe.de 
    Homepage:  www.kh-itzehoe.de 

    Heute : Vortrag Thema Blut im Stuhl

    Vortrag: Blut im Stuhl (02.09.2015)

    Hachenburg. Wer Blut im eigenen Stuhl entdeckt, sollte sich auf alle Fälle untersuchen lassen. Die Ursachen können von Hämorrhoiden bis Darmkrebs reichen. 80 Prozent der Ursachen sind ungefährlich. Trotzdem sollte man Blut im Stuhl immer ernst nehmen, den Kopf in den Sand zu stecken, hilft nicht.

    Mit diesem Vortrag möchte Dr. Cornelia Seltmann, Fachärztin Chirurgie / Proktologie am Hachenburger Krankenhaus, über mögliche Ursachen, Untersuchungen und Behandlungen informieren, vor allem aber auch die Angst vor den Arztbesuchen und den notwendigen Untersuchungen nehmen.

    Termin: 2. September
    Uhrzeit: 19 Uhr

    Ort: VG-Verwaltung Hachenburg– Großer Sitzungssaal

    Eintritt frei
    Weitere Informationen unter 02662 / 85 22 04

    http://www.drk-kh-hachenburg.de

    Fachabteilung Chirurgie 

    Freitag, 28. August 2015

    Funktioniert ihr Schließmuskel noch ?

    Funktioniert ihr Schließmuskel noch ?

    25 % aller Todesfälle sind in Deutschland auf Krebserkrankungen zurückzuführen.
    Wie wichtig daher die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen sind wird deutlich, wenn man die Beiträge in den verschiedenen Krebs-Foren liest. 
    www.krebs-kompass.de


    Darmkrebs ist ein heimlicher Killer ! Die Vorstufe des bösartigen Darmkrebses, der Polyp, wächst jahrelang unbemerkt im Darm heran und kann, wenn er rechtzeitig erkannt wird, entfernt werden. Darmkrebs schmerzt in dieser Vorstufe nicht, deshalb reagieren die Patienten oftmals erst zu spät, nämlich dann, wenn etwas wehtut. Dann aber hat sich aus der harmlosen Vorstufe des Polypen bereits ein bösartiger Krebs entwickelt, der operativ entfernt werden muss. Die meisten Darmkrebsfälle treten im Enddarm (Mastdarm) auf, oftmals muss dann auch der Schließmuskel mit entfernt werden, was einen künstlichen Darmausgang (Stoma) erforderlich macht. Das Leben wird dadurch sehr unangenehm. Zumal man wissen sollte, daß die Todesfallrate nach den durchgeführten Operationen zur Zeit immer noch bei ca. 40 % liegt. Das heißt, 40 % aller operierten Patienten versterben innerhalb der ersten 5 Jahre nach der Operation trotzdem. Das alles muss nicht sein, denn durch die Darmkrebsvorsorge kann das vermieden werden.

    Es lohnt sich also zur Darmkrebsvorsorge zu gehen. Wer nach der Darmkrebsspiegelung keinen Befund erhält, wer also keine Polypen, keinen Krebs hat, der kann 10 Jahre bis zur nächsten Vorsorgeuntersuchung warten.

    Vergleich Mensch - Auto

    Das Auto ist bekanntlich des Deutschen liebstes Kind. Die Autos werden liebevoll gepflegt, mit allerlei Sonderausstattungen ausgestattet und regelmäßig gewartet. Der Tüv gibt regelmässig die neue Plakette. wenn das Auto technisch in Ordnung ist. Alle großen Hersteller verlangen regelmäßige Inspektionen als Voraussetzung für die Werksgarantie, folgsam bringen die Autobesitzer das schöne Auto auch regelmässig zur Inspektion. Wenn das Auto mal nicht in Ordnung ist wird schnell die Werkstatt aufgesucht, denn schließlich geht es ohne Auto kaum noch. Das Automobil ist schon eine wunderbare technische Erfindung, an die der Mensch sich gewöhnt hat.

    Aber haben sie schon einmal daran gedacht, welch wunderbare technische Erfindung der Mensch eigentlich ist ?
    Ja, der Mensch an sich, also auch Sie oder ich.
    Da funktioniert von Beginn, von der Geburt an alles super, das Herz schlägt, das Blut wird durch die Adern und Venen gepumpt, es gibt einen Kreislauf, es gibt Muskeln, es gibt einen Verdauungstrakt,  es gibt ganz sensible Nerven und sogar einen Kopf mit einem Gehirn, das der Besitzer auch einmal zum Nachdenken über diese Zusammenhänge einsetzen sollte.

    Denn was tut der normale Mensch schon zur Gesundheitsvorsorge ? Er füllt im Laufe seines langen Lebens Unmengen von flüssigen wie festen Nahrungsmitteln, die teilweise aus billigsten Quellen stammen (GEIZ IST GEIL)  in diese herrliche Maschine Mensch hinein und wundert sich, wenn es immer öfter zu Verdauungsbeschwerden kommt. Er säuft wie ein Loch und wundert sich über die Folgen des übermäßigen Alkoholkonsums. Er raucht wie ein Schlot und wundert sich .............

    Er kauft bei den Discountern seine Lebensmittel und freut sich, wenn er den Liter Olivenoel für 1,99 EURO ergattert.

    Derselbe Mensch bestellt aber bei der Jahresinspektion seines Autos das gute Motorenoel, den Liter für 17,5o EURO das ihm die Werkstatt empfiehlt und er bezahlt auch die Rechnung dafür ohne Probleme.

    Verstanden ?

    Also gehen Sie ab dem 55. Lebensjahr zur kostenlosen  Darmkrebsvorsorgeuntersuchung ! 

    Damit sie noch lange über einen funktionsfähigen Schließmuskel verfügen ! 

    Mit Ihrem Auto gehen sie doch auch alle 2 Jahre zum TÜV !

    Ihr Dieter Peter Müller 


    Testen Sie Ihr persönliches Darmkrebsrisiko !
    Zum Fragebogen 

    www.krebs-kompass.de

    Donnerstag, 27. August 2015

    Darmkrebs-Screening Auf lange Sicht hoher Nutzen erwartet

    Presseschau - Für Sie gelesen:

    Darmkrebs-Screening

    Auf lange Sicht hoher Nutzen erwartet

    Bei Darmkrebs ist der Effekt von Screenings erst spät erkennbar, weil sich ein CRC nur sehr langsam aus einem Adenom entwickelt. Doch Forscher haben berechnet, dass ein Nutzen der Untersuchungen eintreten wird.


    HEIDELBERG. Langfristig geht man davon aus, dass durch die Entfernung von Adenomen im Rahmen des Darmkrebs-Screenings in Deutschland jährlich insgesamt bis zu 16.000 kolorektale Karzinome verhindert werden können.
    Zu diesem Ergebnis kommen Heidelberger Forscher, die den Effekt der Vorsorgekoloskopie über 40 Jahre kalkuliert haben.
    Immer mehr Länder etablieren Screening-Programme für das Kolorektalkarzinom (CRC). In Deutschland wird die Vorsorge-Koloskopie seit Ende 2002 allgemein ab einem Alter von 55 Jahren angeboten. In den ersten zehn Jahren haben 20 bis 30 Prozent der berechtigten Personen am Screening teilgenommen.

    In einigen Studien zeichnet sich ab, dass nach Einführung des Darmkrebs-Screenings die Zahl kolorektaler Karzinome sinkt. Doch es vergehen oft viele Jahre, bis solche Erfolge klar erkennbar werden.
    Professor Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg und seine Kollegen haben nun eine Abschätzung der in vier Jahrzehnten erwarteten Erfolge vorgenommen, indem sie mithilfe von Markov-Modellen die Zahl der verhinderten CRC-Fälle kalkulierten (Eur J Cancer 2015; online 20. April).

    Quelle / Volltext:  aerztezeitung 

    Mittwoch, 26. August 2015

    Buchvorstellung : Die Krebs - Industrie

    Lauterbach-Buch

    "In 30 Jahren wird Krebs gut kontrollierbar sein!"

    Ein Arzt und Politiker schlägt Alarm. Die Arzneimittelzulassung stehe Heilungschancen bei Krebs im Weg, sagt Karl Lauterbach (SPD). Seine Lösung: Eine neue Kultur von Studien entwickeln. Wie, das schildert er in seinem neuen Buch.

    Quelle / Volltext  aerztezeitung 

    Gute Chancen bei gezielter Früherkennung

    Leberkrebs

    Gute Chancen bei gezielter Früherkennung

    Leberkrankheiten verlaufen meist schleichend. Anlässlich des heutigen Lebertages rät die Deutsche Leberhilfe deshalb: Früherkennung ist das A und O.
    Gute Chancen bei gezielter Früherkennung
    Früh erkannt, lassen sich Lebererkrankungen meist gut behandeln.
    © Sebastian Kaulitzki / fotolia.co
    KÖLN. Der Leberzellkrebs ist weltweit die fünfthäufigste Tumorerkrankung und gehört zu den drei häufigsten Todesursachen, die durch Tumore hervorgerufen werden. Er ist Todesursache Nummer eins bei Patienten mit Leberzirrhose.
     Ernste Beschwerden treten oft erst im späten Stadium auf, meist liegt als Folge einer Lebererkrankung eine Leberzirrhose vor und der Leberzellkrebs ist dann eine Spätfolge, bei der im fortgeschrittenen Zustand keine Heilung mehr möglich ist.
    Doch wenn er frühzeitig erkannt wird, ist Leberzellkrebs heilbar, betont die Deutsche Leberhilfe in einer Mitteilung zum 15. Deutschen Lebertag.
    "Beim Leberzellkrebs haben wir eine einzigartige Situation, weil 90 Prozent der Patienten vorher bekannt sind. Es handelt sich um Hochrisikopatienten mit Vorerkrankungen der Leber", wird Professor Peter Galle, Projektleiter der Gastro-Liga e.V. und Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik vor der Universitätsmedizin Mainz in der Mitteilung zitiert.
    Der Leberzellkrebs treffe nicht unvorbereitet irgendjemanden in der Mitte des Lebens, wie etwa beim Darmkrebs, sondern es seien definierte Patienten, die bereits an einer Hepatitis-B- oder -C-Virusinfektion leiden oder wegen Alkoholabusus leberkrank sind.

    Regelmäßige Überwachung nötig

    Durch eine regelmäßige Überwachung dieser Patienten steigt die Chance, den Leberzellkrebs in einer so frühen Phase zu erkennen, dass man ihn durch eine Operation oder andere Verfahren heilen kann. Tatsächlich ist es aber genau umgekehrt: 70 Prozent der Erkrankungen werden erst in einem nicht mehr heilbaren Stadium erkannt.
    Das ist ein deutliches Zeichen für eine gravierende Unterversorgung der chronisch leberkranken Patienten. Ein Ausweg sind regelmäßige Verlaufskontrollen der Erkrankung. Das eröffnet die Möglichkeit, Patienten in einer heilbaren Früherkennungsphase zu diagnostizieren.
    Es gibt Länder, die das bereits praktizieren, zum Beispiel Japan. Dort sind die Menschen viel mehr auf Vorsorge ausgerichtet, werden auch dementsprechend erfasst und auch in größerem Umfange geheilt als in Deutschland oder anderen europäischen Ländern.
    Als Standardempfehlung gilt: alle sechs Monate alle Patienten mit Leberzirrhose mit Ultraschalluntersuchung zu kontrollieren. Damit besteht eine gute Chance auf Früherkennung des Leberkrebses in einem Stadium, in dem eine Heilung noch möglich ist.
    Patienten, die regelmäßig überwacht werden sollten, sind vor allem solche mit einer Hepatitis B- oder -C-Virusinfektion, Fettleber oder Erkrankung aufgrund von Alkoholmissbrauch. In Deutschland haben vor allem Patienten mit Fettleber zugenommen, viele Menschen mit Übergewicht sind betroffen.
    Die daraus resultierende große Patientenzahl macht es notwendig, dass diesen Patienten Fragen zu Lebensweise und zu Leberwerten schon beim Hausarzt gestellt werden sollten. Die Werte sollten regelmäßig überprüft und auch geringfügig erhöhte vom Facharzt abgeklärt werden. Dann kann die leitlinienkonforme Überwachung stattfinden.

    Früherkennung mit Ultraschall

    Für die Heilung und die Prognose von Patienten mit Leberzellkrebs spielt die Größe des Tumors eine große Rolle. Als Kerngröße gilt: bis zu drei Knoten, die jeweils maximal drei Zentimeter messen oder ein Knoten, der nicht mehr als fünf Zentimeter misst.
    Wenn diese Größe nicht überschritten wird, ist Heilung noch möglich. Zur Krebsfrüherkennung eignet sich eine Ultraschalluntersuchung. Dann ist es möglich, den Tumor zu resezieren oder zu veröden oder das erkrankte Organ durch eine Transplantation zu ersetzen.
    Für die Zukunft bedeutet eine Früherkennung in jedem Fall eine Verbesserung der Überlebenschance, denn Leberzellkrebs ist Todesursache Nummer eins bei Patienten mit Leberzirrhose.

    Quelle / Volltext Aerztezeitung

    Donnerstag, 20. August 2015

    Kolektomie punktet bei schwerer Colitis ulcerosa

    Presseschau: Für Sie gelesen

    Darmerkrankung

    Kolektomie punktet bei schwerer Colitis ulcerosa

    Bei fortgeschrittener Colitis ulcerosa scheint eine elektive Kolektomie im Vergleich zur Immunsuppression langfristig die bessere Lösung zu sein: Die Patienten leben damit deutlich länger.
    PHILADELPHIA. Viele Patienten mit Colitis ulcerosa sprechen auf die bisherigen medikamentösen Therapien nicht ausreichend an und müssen in Schüben immer wieder mit Kortikoiden behandelt werden. Im fortgeschrittenen Stadium stehen sie dann oft vor der Entscheidung, den Dickdarm zu entfernen oder eine langfristige Therapie mit Kortikoiden und Immunsuppressiva zu versuchen.
    Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile: Die Kortikoidbehandlung geht mit einem erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko einher, die Therapie mit Immunsuppressiva erhöht zudem das Infektions- und Krebsrisiko, berichten Gastroenterologen um Dr. Meenakshi Bewtra von der Uni in Philadelphia (Ann Intern Med 2015, online 14. Juli).
    Auch besteht die Gefahr, dass der Dickdarm aufgrund von Stenosen und schweren Entzündungen dann doch irgendwann in einer Notoperation entfernt werden muss, und eine solche Situation ist nicht selten lebensbedrohlich. Entscheiden sich die Patienten jedoch für eine Kolektomie, ist ein deutlicher Verlust an Lebensqualität zu befürchten.

    Welche Methode bringt mehr Lebenszeit?

    Die Ärzte um Bewtra haben nun anhand von Daten der staatlichen US-Versicherer Medicare und Medicaid geschaut, welche Therapieoption mit Blick auf die Lebenszeit die beste ist. Da es bislang keine aussagekräftigen randomisierten Studien zu dem Thema gibt, haben sie eine andere Methode - ein quasi-randomisiertes Verfahren - angewandt.
    Sie erkundigten sich nach dem Schicksal von 830 Patienten mit elektiver Kolektomie und dem von über 7500 Patienten mit pharmakologischer Therapie, die bei der Schwere der Erkrankung, Alter, Vortherapie und sozialem Status vergleichbar waren. In beiden Gruppen schauten sie, wann bei den Patienten eine vorangeschrittene Colitis ulcerosa diagnostiziert worden war.
    Im Schnitt dauerte es dann noch knapp ein Jahr bis zur Op. Die Forscher prüften nun, wie lange die Patienten nach der Op noch lebten. Um einen Vergleich zu ermöglichen, begann die Nachbeobachtungszeit in der Kontrollgruppe ebenfalls etwa ein Jahr nach der Diagnose einer fortgeschrittenen Kolitis.
    Das Ergebnis: Jährlich starben 3,4 Prozent der Patienten mit elektiver Kolektomie und 5,4 Prozent der Patienten mit medikamentöser Therapie. Wurden die genannten Begleitfaktoren berücksichtigt, war die Sterberate mit Kolektomie ein Drittel geringer als mit medikamentöser Behandlung.

    Ältere profitieren von Op

    Vor allem Patienten über 50 Jahre scheinen nach den Resultaten der Analyse von der Op zu profitieren: Bei ihnen war die jährliche Sterberate um 40 Prozent reduziert. Dagegen gab es bei jüngeren Patienten keine signifikanten Unterschiede, allerdings traten hier sehr wenige Todesfälle auf, sodass diese Daten nur schwer zu interpretieren sind.
    Die Ärzte um Bewtra schließen aus der Analyse, dass Ärzte bei Patienten mit fortgeschrittener Colitis ulcerosa, die immer wieder Schübe erleiden oder keine Remission erzielen, auch eine Kolektomie erörtern sollten. Diese werden den Patienten viel zu selten angeboten.
     Untersuchungen hätten gezeigt, dass Kolitis-Patienten durchaus bereit seien, auf ihren Dickdarm zu verzichten, wenn sie dadurch schwere Komplikationen und lebensbedrohliche Situationen vermeiden könnten. Einige Studien hätten sogar Hinweise auf eine bessere Lebensqualität nach einer Operation ergeben.
    Da es sich hier nur um eine quasi-randomisierte Analyse und keine prospektive Interventionsstudie handelt, sind die Ergebnisse jedoch mit Vorsicht zu genießen. Trotz Berücksichtigung der Vormedikation und Krankheitsschwere lässt sich nicht ausschließen, dass vielleicht vor allem die fitteren Patienten mit einer ohnehin günstigeren Prognose operiert wurden.

    Quelle / Volltext   aerztezeitung

    Presseschau : Für Sie gelesen



    Darmkrebs


    DNA im Blut als Prognosemarker

    Die Menge zirkulierender Tumor-DNA zu Therapiebeginn eignet sich bei Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom, die mit einem Tyrosinkinasehemmer behandelt werden, wohl als Prognosemarker.
    Von Peter Leiner
    DNA im Blut als Prognosemarker
    Mutationen, die sich anhand im Plasma zirkulierenden Tumor-DNA auffinden lassen, haben offenbar einen prognostischen Wert.
    © psdesign1 / fotolia.com
    BARCELONA. Das Interesse an der diagnostischen Verwertung im Plasma frei zirkulierender Tumor-DNA ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.
    Anhand der Daten der placebokontrollierten CORRECT-Studie (Regorafenib monotherapy for previously treated metastatic colorectal cancer) bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom überprüfte eine internationale Gruppe von Onkologen um Dr. Josep Tabernero von der Universität in Barcelona die klinische Wirksamkeit des Multikinasehemmers Regorafenib in Subgruppen, die anhand von Tumormutationen oder Proteinen im Plasma definiert waren (Lancet Oncol 2015; online 13. Juli).
    Die CORRECT-Studie mit insgesamt 760 Patienten lieferte die für den Kinasehemmer zulassungsrelevanten Daten.

    KRAS-Mutation am häufigsten

    Von mehr als 500 Patienten der Studie wurde in der aktuellen Untersuchung sowohl die DNA aus dem Plasma isoliert als auch die Konzentration von 15 verschiedenen Proteinen gemessen, etwa VEGF, Makrophagen-CSF, TIE-1 und Von-Willebrand-Faktor.
    Auf der Basis des Mutationsstatus, der Menge an zirkulierender DNA und der Proteinkonzentration im Blut überprüften die Ärzte in der retrospektiven Studie die Korrelation mit dem Gesamtüberleben und dem progressionsfreien Überleben.
    Für die Mutationsanalyse wurden die Gene (Protoonkogene) KRAS, BRAF und PIK3CA zu Beginn der Studie unter die Lupe genommen. Analysiert wurden sie mithilfe der BEAMing-Methode, eine spezielle Form der Polymerasekettenreaktion (PCR).
    Damit lässt sich ein mutiertes Allel unter 10.000 Wildtyp-Allelen aufspüren. Mutationen in allen drei Genen haben bekanntlich onkogenes Potenzial. Die Gesamt-DNA-Menge im Plasma wurde durch die LINE-1-PCR gemessen.
    Die Häufigkeit von Mutationen der drei Gene in der Studiengruppe war recht unterschiedlich. Am häufigsten traten die KRAS-Mutationen auf, und zwar bei 349 der 503 Patienten (69 Prozent).
    81 Patienten (17 Prozent) hatten PIK3CA-Mutationen und nur 17 Patienten (3 Prozent) BRAF-Mutationen. Weil Letztere so selten waren, wurde damit keine Korrelationsanalyse vorgenommen.

    Überlebensvorteil mit Regorafenib

    Wie aus der Auswertung der Daten hervorgeht, haben Mutationen beziehungsweise Wildtypmerkmale, die sich anhand der zirkulierenden Tumor-DNA auffinden lassen, einen prognostischen Wert.
    Während die Hazard Ratio (HR) für das Gesamtüberleben in der gesamten Studiengruppe - als Patienten mit und ohne Mutationen - unter Regorafenib im Vergleich zu Placebo bei 0,77 (95%-Konfidenzintervall zwischen 0,64 und 0,94) lag, ermittelten die Wissenschaftler für Patienten mit nicht mutiertem KRAS einen niedrigeren Wert (HR: 0,67 (95%-Konfidenzintervall zwischen 0,41 und 1,08).
    Die Wahrscheinlichkeit, mit dem Kinasehemmer zu überleben, war somit größer. Bei Patienten mit KRAS-Mutation lag die HR etwas höher (HR: 0,81; 95%-Konfidenzintervall zwischen 0,61 und 1,09). Der Unterschied zwischen diesen beiden Werten war jedoch nicht signifikant.
    Die HR-Werte im Zusammenhang mit dem Gesamtüberleben nach Analyse des PIK3CA-Gens lagen bei 0,75 (nicht mutiert) und 0,84 (mutiert).
    Noch deutlicher erbrachten die Ergebnisse der Genanalysen beim KRAS- und PIK3CA-Gen im Zusammenhang mit dem progressionsfreien Überleben einen Vorteil für die Behandlung mit Regorafenib im Vergleich zu Placebo.

    TIE-1 als Biomarker?

    Nicht unerwartet korreliert noch deutlicher der Nachweis von frei zirkulierender Tumor-DNA mit dem Gesamtüberleben.
    Die Wahrscheinlichkeit zu überleben ist der Studie zufolge bei hohen DNA-Konzentrationen im Plasma signifikant geringer als bei niedrigen, sowohl unter Placebo als auch unter Regorafenib (HR mit dem Kinasehemmer: 0,34; 95%-Konfidenzintervall zwischen 0,25 und 0,47).
    Wie Tabernero und seine Kollegen berichten, war schließlich das Protein TIE-1 nach univariater Analyse der einzige Biomarker, der bei hohen im Vergleich zu niedrigen Konzentrationen mit einem verlängerten Gesamtüberleben assoziiert war. Dieser Zusammenhang verlor seine Signifikanz allerdings wieder bei der multivariaten Analyse.

    Pharmaforschung


    Sanofi investiert in die Onkologie


    Sanofi nimmt viel Geld in die Hand, um auf dem Gebiet der Immunonkologie Schritt zu halten. Jüngste F&E-Partner sind Regeneron, Evotec und Apeiron.
    PARIS. 

    Projekte zur Immunonkologie haben bei forschenden Pharmafirmen derzeit einen besonders hohen Stellenwert. Auch bei Sanofi. Das Unternehmen hat jetzt gleich zwei neue Allianzen geschlossen:

    - Mit dem langjährigen F&E-Partner Regeneron wurde eine milliardenschwere Zusammenarbeit zur Entdeckung, Entwicklung und dem Vertrieb neuer Krebs-Antikörper vereinbart.
    Unter anderem wollen beide Unternehmen einen PD1 ("programmed death 1")-Blocker (REGN2810) weiterentwickeln, der sich derzeit in der klinischen Phase I befindet.
    Sanofi zahlt an Regeneron 640 Millionen Dollar im Voraus. Eine weitere Meilensteinzahlung über 375 Millionen Dollar soll in Abhängigkeit erster Umsätze mit einem PD1-Inhibitor fließen.
    Darüber hinaus will Sanofi 750 Millionen Dollar in Machbarkeitsstudien zur Immunonkologie investieren, Regeneron wird 250 Millionen Dollar dafür aufbringen. Zur Entwicklung des PD1-Hemmers REGN2810 bringen beide Unternehmen jeweils 325 Millionen Dollar auf.
    - Mit dem Hamburger Forschungsdienstleister Evotec und dem Wiener Biotech-Start-up Apeiron Biologics wurde eine Kooperation zur Entwicklung niedermolekularer immunonkologischer Therapien vereinbart. Sanofi wolle das Forschungsprogramm zunächst zwei Jahre lang finanzieren, heißt es.

    Quelle / Volltext aerztezeitung